Donnerstag, 23. Juni 2011

Here's to the "Kreisverkehr"!

Allgemeine Anmerkung

Gleich vorneweg: Ich bin weit davon entfernt, die Zusammenhänge zu durchschauen. Ich kontempliere hier nur darüber, was mir in letzter Zeit verstärkt aufgefallen ist: Everywhere -- Kreisverkehr!
Ich frage mich, gibt es einen heimlichen Beautyberater für Gemeinden, der den Bürgermeistern in schwachen Stunden ins Ohr raunt: "Kreisverkehr, Baby, Kreisverkehr..."?
Wo immer ich in letzter Zeit in Oberösterreich, in Niederösterreich und auch sonstwo hingefahren bin, überall finde ich einen Kreisverkehr vor. Wo vorher eine einfache Ortseinfahrt war, übersichtlich und geradlinig, kreise ich heute im Kreisverkehr, was meiner Ansicht nach null komma nichts in Sachen Sicherheit bringt. Ganz im Gegenteil, es ist eine weitere Gefahrenquelle hinzugekommen. Manche ganz besonderen Gemeinden können sogar einen doppelten Kreisverkehr vorweisen (soll heißen, zwei Kreisverkehre hintereinander). 
Ich bin mittlerweile überzeugt davon, daß es so etwas wie einen Fashioncode für Gemeinden gibt, und der lautet: "Eine Gemeinde, die auf sich hält, hat als modisches Accessoire dieser Tage einen Kreisverkehr vorzuweisen...".

Mir ist klar, daß der Text bis hierher nicht wirklich lustig geworden ist, und genauso ist mir auch zumute. Denn jetzt geht's an den (Seelen-)Kern der Sache: Wer bezahlt das eigentlich? Und wie paßt das zusammen mit der generellen Geldnot der Gemeinden?
Und, ich weiß, ich weiß, ich stelle mir das viel zu einfach vor, aber: Ich wäre begeistert, würde man genauso viel Geld in die Bezahlung der Menschen pulvern, in deren Obhut unsere Kinder sind: z.B. Kindergärtnerinnen, Kindergartenhelferinnen, (warum eigentlich nur -Innen, warum niemals Kindergärtner?).
Es wäre mir eine große Freude, zu sehen, daß in österreichischen Gemeinden durchgehend soviel Geld in die Gestaltung von Plätzen investiert wird, auf denen sich unsere Jugendlichen austoben können, oder einfach nur chillen, was auch immer. Und das nicht irgendwo am Rand, wo sie keinen stören, sondern in "prominenter" Lage.
Es würde mich richtig glücklich machen, wenn adäquate Einrichtungen für Kinder in Schwerstbehindertenklassen (z.B. Wasserbett im Ruheraum u.ä.) nicht erst mühsam "erbettelt" werden müssten (wegen... ja, richtig, Geldnot!), sondern einfach Standard wären, usw. usf.

Ich weiß, daß ich Äpfel mit Birnen vermische, ich weiß, daß ich womöglich Land und Bund und Gemeinden durcheinanderbringe, daß es nicht einfach ist, vorhandene Mittel gerecht aufzuteilen. Das weiß ich alles.

Aber ich sehe auch: Man muß eben Prioritäten setzen.Was ist uns im Zusammenleben wichtig, was hat Vorrang für uns als Gesellschaft? 

Ganz klare Antwort der Verantwortlichen:
Krügel in die Hand, und jetzt alle miteinander: "Ein Hoch auf unseren Kreisverkehr!"







1 Kommentar:

  1. Sehr auffällig, der Trend zum Kreisverkehr.
    Was sagt uns das? Es soll schnell gehen: Im Kreisverkehr ist kein Warten an der Ampel nötig. Wir drehen uns gern im Kreis (im Hamsterrad?) und kennen kein Innehalten.
    Ein stimmiges Bild für dieses Lebensgefühl ist eben ein Kreisverkehr...

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